04. Dezember 2025
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VBB-Tarifseminar 2025

Chancen und Veränderungen für Tarifbeschäftigte im digitalen Zeitalter

Das diesjährige Seminar des VBB-Fachbeirates Tarifpolitik vom 24. bis 26. November 2025 in Königswinter widmete sich den Veränderungen und Auswirkungen des aktuellen Tarifabschlusses sowie den Chancen durch Qualifizierung und Personalentwicklung im Zuge der Digitalisierung.

Als Vortragende konnten namhafte Persönlichkeiten aus dem Ministerium sowie dem Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr gewonnen werden.

Auch die Bundesvorsitzende des VBB, Imke von Bornstaedt-Küpper besuchte das Seminar und hieß die Kolleginnen und Kollegen willkommen.

Perspektiven der Digitalisierung

Zum Auftakt begrüßte Seminarleiter Alexander Heß Herrn Ministerialrat a.D. Jürgen Lorse, der langjährig als Referatsleiter für Personalmanagement des BMVg tätig war. 

Sein Vortrag befasste sich unter anderem mit der Fortschreibung des Personalentwicklungskonzeptes für Tarifbeschäftigte und mit den Fragen wie sich Tarifbeschäftigte im Zeitalter der Digitalisierung bestmöglich aufstellen können und wie Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt in der Bundeswehr verändern wird.

Aus- und Fortbildungsangebote in der Bundeswehr

Am Folgetag stellte das Referat Aus- und Fortbildung im BMVg das Portfolio der Angebotsvielfalt in der Bundeswehr vor. Als Vortragende konnten Ministerialrat Eric Schnell, Referatsleiter Aufwuchs (A) I 7 (ehemals P I 6), und Regierungsdirektorin Katja John gewonnen werden. Besonderes Interesse galt dem Rück- und Ausblick auf die Digitale Grundbefähigung des Zivilpersonals in der Bundeswehr. Als Resümee konnte festgestellt werden, dass die Erwartungen an das Ergebnis durch die hohe Zahl der Absolventinnen und Absolventen deutlich übertroffen wurden. Die Digitale Grundbefähigung kann somit als Erfolg verbucht werden, der einen deutlichen Schub für das digitale Verständnis des Zivilpersonals bedeutet. Unverständnis besteht weiterhin darüber, weshalb Soldatinnen und Soldaten bislang von einer Teilnahmeverpflichtung ausgenommen sind.

Tarifergebnis und aktuelle Entwicklungen

Nach der Mittagspause begrüßte Alexander Heß die Vertretungen des Bundesamtes für Personalmanagement der Bundeswehr, Herrn Direktor beim BAPersBw Harald Kromik, Unterabteilungsleiter V 2 für zivile Personalführung sowie Frau Leitende Regierungsdirektorin Bärbel Schulz-Grüner, Referatsleiterin V 1.1 für Grundsatzangelegenheiten Arbeits-, Tarif- und Sozialversicherungsrecht zusammen mit ihrer Referentin Frau Regierungsdirektorin Ina-Valeska Gehring. Fast schon traditionsgemäß konnte auch in diesem Jahr Regierungsdirektorin Astrid Wenig, Referatsleiterin V 2.2.3 und zuständig für die Fachaufsicht BwDLZ Tarifpersonal im Auditorium willkommen geheißen werden.

Zunächst wurden die wesentlichen Auswirkungen des am 6. April 2025 beschlossenen Tarifergebnisses erläutert. Neben den linearen Erhöhungen in 2025 und 2026 wurden wesentliche Änderungen bei der Arbeitszeit, beim Urlaubsanspruch und bei der Erhöhung der Jahressonderzahlung beschlossen. Diese werden im Einzelnen mittels eines BMI-Rundschreibens bekannt gegeben und durch Erläuterungserlasse des BMVg umgesetzt. Aktuell wird die Umsetzung der ab 1. Januar 2026 bestehenden Möglichkeit zur freiwilligen Arbeitszeiterhöhung auf bis zu 42 Stunden noch erwartet.

Tarifbeschäftigte auf Beamtendienstposten

Konstruktive Diskussionen gab es zum Thema „Tarifbeschäftigte auf Beamtendienstposten". Hierbei konnte der Teilnehmerkreis dem BAPersBw anhand vieler Beispiele deutlich machen, „wo der Schuh am meisten drückt". Dass E (Entgeltgruppe) nicht gleich A (Besoldungsgruppe) ist, ist bekannt. Mit der Hinterlegung der Tarifmerkmale und damit der Zuordnung zur Entgeltgruppe in den Organisationsgrundlagen soll diesem Problem zukünftig entgegengetreten werden; darüber bestand Konsens zwischen Teilnehmenden und Vortragenden.

Auch die Möglichkeit der Öffnung von Beamtendienstposten für Tarifbeschäftigte wurde in der Vergangenheit sehr restriktiv genutzt. Hierzu bedarf es noch eines praktikablen Lösungsvorschlags, an dem weiterhin gearbeitet wird.

Instrumente zur Personalbindung und -gewinnung

Als weiteres Themenfeld wurde der sogenannte Instrumentenkoffer für die Personalbindung und Personalgewinnung vorgestellt. Dieser sieht unter anderem Fachkräftezulagen und übertarifliche Stufenzuordnungen vor. 

ResümeeundAusblick

Bei der Abschlussbesprechung am Abreisetag konnte ein zufriedenes Fazit aller Teilnehmenden festgestellt werden. Auch 2026 soll an diese Themenfelder angeknüpft werden. Der Fachbeirat Tarifpolitik freut sich bereits jetzt auf interessierte Teilnehmende und einen weiteren aktiven Austausch.