Vom 6. bis 9. Oktober 2025 fand im Allgäu ART Hotel in Kempten das diesjährige Bundesschwerbehindertenseminar des Verbandes der Beamten und Beschäftigten der Bundeswehr (VBB) statt. Unter der Leitung von Christopher Würz, Bundesschwerbehindertenvertreter des VBB, erlebten die Teilnehmenden vier inhaltsreiche Tage, die ganz im Zeichen von Inklusion, Barrierefreiheit und moderner Schwerbehindertenvertretung standen.
Bereits zur Eröffnung wurde die Bedeutung des engen Austauschs zwischen Schwerbehindertenvertretung, Führungskräften und Beschäftigten hervorgehoben. Nur so lassen sich Herausforderungen frühzeitig erkennen und gemeinsam nachhaltige Lösungen entwickeln. Dass dieser Ansatz trägt, zeigte sich direkt zu Beginn des Bundesschwerbehindertenseminars: Die Teilnehmenden kamen rasch miteinander ins Gespräch, tauschten fachliche Erfahrungen aus und legten damit den idealen Grundstein für die folgenden Seminartage – eine gelungene Verbindung aus Kennenlernen und fachlicher Vertiefung.
Fachliche Impulse zu Inklusion, Prävention und Betriebliches Eingliederungsmanagement sowie Barrierefreiheit und die Vorstellung der deutschen Härtefallstiftung
Das Seminar bot ein breites programmatisches Spektrum:
Prävention und Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)
Zum Auftakt gab Christopher Würz einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in den Bereichen Prävention und Betriebliches Eingliederungsmanagement. Anhand zahlreicher Praxisbeispiele zeigte er auf, wie eng beide Themenfelder miteinander verzahnt sind – und wie wirksam sie sein können, wenn sie konsequent gemeinsam gedacht und umgesetzt werden. Sein Fazit: Prävention und BEM können entscheidend dazu beitragen, Beschäftigte wirksam zu unterstützen und ihre Gesundheit langfristig zu stärken.
Digitale Barrierefreiheit
Ein Schwerpunkt, der zunehmend an Bedeutung gewinnt und von vielen Teilnehmenden als besonders praxisnah hervorgehoben wurde, war die digitale Barrierefreiheit. Anhand konkreter Beispiele sowie theoretischer Grundlagen wurde aufgezeigt, welchen Nutzen barrierefreie digitale Angebote im Arbeitsalltag und im öffentlichen Dienst haben – und wie sie den Zugang zu Informationen für alle deutlich verbessern können.
Härtefallstiftung im Fokus
Beim Bundesschwerbehindertenseminar in Kempten stellte Stabshauptmann Loik die Arbeit der deutschen Härtefallstiftung vor und unterstrich deren große Bedeutung für betroffene Soldatinnen, Soldaten, Beamtinnen und Beamte und Angehörige. Die Stiftung greift immer dann, wenn Menschen durch dienstliche Belastungen, Unfälle oder besondere Schicksalssituationen in Not geraten und reguläre Hilfen nicht ausreichen.
StHptm Loik betonte, wie wertvoll die schnelle und unbürokratische Unterstützung für Betroffene ist. Neben finanziellen Hilfen gehören zu den zentralen Aufgaben der Stiftung insbesondere die Unterstützung bei gesundheitlichen Folgeschäden, die Hilfe für Hinterbliebene sowie die Vermeidung sozialer Härten.
Der Arzt für Sozialmedizin – Gutachter oder auch Förderer inklusiver Lebenswelten?
Ein weiterer Höhepunkt war der Beitrag von Dr. med. Thomas Mathe, Medizinaldirektor a.D., zum Berufsbild des sozialmedizinischen Gutachters. Seine Ausführungen zeigten eindrucksvoll, welche Rolle medizinische Expertise bei der Gestaltung inklusiver Lebens- und Arbeitswelten spielen kann.
Bewegung, Begegnung und Austausch
Neben den fachlichen Inhalten bot das Seminar auch Raum für persönliches Kennenlernen und Vernetzung. Ein gemeinsamer Spaziergang zur Stadtführung in Kempten sorgte für Abwechslung und trug zu einer angenehmen, kollegialen Atmosphäre bei. Auch die gemeinsamen Abendessen stärkten den Austausch untereinander.
Inklusion in der Arbeitswelt – Denkanstöße und Perspektiven
Den Schlusspunkt bildete ein Themenschwerpunkt, der für den Arbeitsalltag vieler Teilnehmender von zentraler Bedeutung ist: Inklusion in der Arbeitswelt. Christopher Würz spannte den Bogen von gesetzlichen Rahmenbedingungen über Best-Practice-Beispiele bis hin zu aktuellen Herausforderungen. Im anschließenden Abschlussgespräch wurden offene Fragen geklärt und individuelle Erkenntnisse reflektiert.
Fazit: Vier Tage voller Wissen, Austausch und Motivation
Das Bundesschwerbehindertenseminar 2025 erwies sich als wertvolle Plattform für Wissensvermittlung und kollegialen Austausch. Die Mischung aus Fachvorträgen, Praxisbezug und persönlicher Begegnung machte die Veranstaltung zu einem nachhaltigen Erfolg. Die Rückmeldungen zeigten klar: Die Teilnehmenden kehren gut informiert, motiviert und gestärkt in ihre wichtige Arbeit zurück.