Aufgrund der zahlreichen Reaktionen zum Thema Campuslösung schreiben wir unseren Artikel der letzten Ausgabe vom 10. September 2025 im Lichte der aktuellen Entwicklungen fort.
Zunächst bedarf es einer inhaltlichen Klarstellung unseres Artikels vom 10. September 2025 dahingehend, dass die Task Force Personal-Maßnahme 2.22 „Steigerung der Berufsausbildung um 10 %“ sich, anders als vom VBB dargestellt, bereits seit Februar 2024 in der Umsetzung befindet. Ein Monitoring dieser Maßnahme erfolgt, wie bei allen Maßnahmen der Task Force, auf ministerieller Ebene.
In den letzten Jahren berichtete der VBB mehrfach über die Abgabe der Ausbildungswerkstätten in St. Wendel und Doberlug-Kirchhain. Hier wurde seitens des BMVg u.a. eine schlechte Übernahmequote als Grundlage für die nötige Beistellung zur HIL GmbH proklamiert. In einem anderen Fall wurde ein Antrag der Luftwaffe auf Beschaffung neuer Ausbildungsmittel als langfristige Investition in unsere Werkstätten aufgrund angeblich zu schlechter Übernahmequoten von Auszubildenden versagt. Doch ist die Übernahmequote wirklich so schlecht und wie ließe sich dies bereinigen?
Dazu ist eine differenzierte Betrachtung erforderlich. Insbesondere in Verwaltungsberufen verfügt die Bundeswehr über eine sehr gute Quote an Übernahmen aus dem Bereich der eigenen Berufsausbildung. Im Bereich der gewerblich-technischen Ausbildung ist nach unserer Bewertung insbesondere in Ausbildungswerkstätten eine Homogenisierung der Bedarfe ziviler und militärischer Bedarfsträger durchzuführen, um die sehr unterschiedlichen Übernahmequoten langfristig zu verbessern. Das fachlich federführende Referat A I 7 (ehemals P I 6) im Ministerium möchte dieses Thema angehen und hierzu im ersten Schritt die Vorschriftenlage anpassen, damit bspw. wie in der letzten Ausgabe aufgeführt, nicht allein der militärische Bedarf für den Erfolg oder Misserfolg einer Ausbildungswerkstatt ursächlich ist. Ziel ist eine Verbesserung auf operativer Ebene.
Die Forderung einer Campuslösung wird für den VBB somit auch weiterhin auf der Agenda stehen und als zukunftsfähiges Modell einer modernen gewerblich-technischen Ausbildung eingeschätzt. Erste Anzeichen aus dem Organisationsbereich IUD, in den nächsten Jahren neue Ausbildungsplätze im gewerblich-handwerklichen Bereich zur eigenen Fachkräfteregeneration auszubringen, bestärkt unseren Vorschlag und wird als wichtiger Meilenstein zur Behebung des Fachkräftemangels in der Bundeswehr gewertet.