28. Oktober 2025

Bundesjugendseminar der vbb jugend in Wien

Vom 17. bis 19. September 2025 fand diesmal in Wien das jährliche Bundesjugendseminar der vbb jugend statt. In den drei Tagen ging es um Austausch, Bildung und Zusammenhalt.

Los ging es am Mittwochnachmittag mit einer Begrüßung durch unseren Bundesjugendvertreter Jan Müller. Um untereinander ins Gespräch zu kommen, stand ein kreatives Kennenlernspiel, das „Bundeswehr-Bingo“ an. Im Anschluss wurde über den Ablauf der kommenden Tage informiert und die Erwartung an das Seminar abgefragt.

Ein Highlight des Tages war der Besuch der Vertreter des Mitte des Jahres frisch gegründeten Jugendverbandes der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst in Österreich. Matthias Lasinger, Vorsitzender der Jungen GÖD und seine Jugendsekretärin Anabella Rumpeltes, stellten sich und ihre Jugend vor. Sie erklärten, wie die Junge GöD organisiert ist, welche Themen sie beschäftigen und welche Projekte sie bereits umsetzen konnten. Besonders interessant war der Vergleich. Es zeigten sich viele Parallelen zu der Arbeit des VBBs und des DBBs in Deutschland. Dabei konnten Themen identifiziert werden, wo sich eine Zusammenarbeit in Zukunft anbieten könnte. Einen weiteren Austausch in Deutschland wird es sicher bald geben!

Der Tag wurde abgerundet durch ein gemeinsames Abendessen in einem typisch österreichischen Restaurant und bot Gelegenheit Gespräche weiter zu vertiefen und mehr über die anderen Teilnehmer des Seminars zu erfahren.

Der Donnerstag begann mit dem Besuch des Vorsitzenden der Bundesheergewerkschaft Mag. Harald Schifferl, zugleich auch stellvertretender Vorsitzender im Zentralausschuss des Bundesministeriums für Landesverteidigung in Österreich. Dies entspricht dem Hauptpersonalrat im BMVg bei uns. Er erklärte, wie die Personalvertretung in Österreich funktioniert und erläuterte die verschiedenen Ausschüsse. Die Strukturen ähneln unseren, haben jedoch auch einige Besonderheiten. Es war spannend zu sehen, wie eng Politik, Gewerkschaft und Personalvertretung miteinander verbunden sind. Erstaunlich war, dass sich Gewerkschaftsarbeit im öffentlichen Dienst in Österreich immer an der Parteienlandschaft organisiert. Jede große Partei hat demnach eine eigene Fraktion im österreichischen Gewerkschaftsbund und deren Teilgewerkschaften. In der Bundesheergewerkschaft sind die Fraktion Christlicher Gewerkschafter und die Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter maßgebliche Akteure.

Anschließend wurde sich der programmatischen Arbeit der vbb jugend gewidmet. Die Bereiche berichteten von ihrer Arbeit und den Vorhaben im kommenden Jahr. Auch die AGs stellten ihre Arbeitsergebnisse vor. Gemeinsam wurde ein Resumé darüber gefasst, was schon alles erreicht worden ist und was zukünftig noch angegangen werden soll.

Am Nachmittag stand ein weiteres Highlight des Seminars an: eine organisierte Führung durch das österreichische Parlament. Schon das Gebäude allein ist Ausdruck für den Einfluss der Barrockzeit auf das Land. Hohe Säulen und historische Architektur prägten das Erscheinungsbild des Parlaments. Die Führung führte die Teilnehmer durch die Säulenhalle, den Plenarsaal des Nationalrats und durch den historischen Sitzungssaal. Dabei erfuhren die Teilnehmenden durch den Parlamentsdienst mehr über die Historie des Gebäudes aber auch über die Funktionsweise der Demokratie im Land.

Am letzten Tag des Bundesjugendseminars stand ein Symposium zur Wehrverwaltung in Europa an. Gastreferenten für den Termin waren Antje Ott, stellv. Bundesvorsitzende im VBB und Referatsleiterin im BAAINBw im Bereich Luft sowie Brigadier Dr. Matthias Sebera, Abteilungsleiter Materialwirtschaft im Bundesministerium für Landesverteidigung Österreich. In den Räumlichkeiten der Gewerkschaft öffentlicher Dienst begann die Veranstaltung mit Impulsvorträgen zur europäischen Sicherheitspolitik. Gegenstand des ersten Themenblocks war die Anwendung von EU-Richtlinien in der militärischen Beschaffung. Dabei wurden Chancen, Risiken und Herausforderungen der praktischen Umsetzung aufgezeigt. Im zweiten Themenblock wurde sich dem Ukraine-Krieg und seinen Auswirkungen auf die europäische Wahrverwaltung gewidmet. Themen wie die historische Entwicklung, die Rolle der Rüstungsindustrie, die verlängerten Beschaffungszeiten aber auch die schnell fortschreitende Drohnentechnologie waren Gegenstand der Podiumsdiskussion. Abschließend wurde die Integration von künstlicher Intelligenz in Verteidigungsprozesse angeschnitten und diskutiert. Ein sehr guter fachlicher Austausch zu hochaktuellen Themen in der Wehrverwaltung in Europa. Beide Referenten wollen den Austausch auf ministerieller Ebene fortsetzen.

Das Bundesjugendseminar der vbb jugend in Wien war ein voller Erfolg. In den drei Tagen konnten die Teilnehmenden nicht nur spannende Einblicke in der Arbeit der jungen GöD und den Strukturen der österreichischen Personalvertretung erlangen, sondern auch viele wertvolle Eindrücke von der Stadt Wien und dem Parlamentsbesuch mitnehmen. Besonders wichtig war der Austausch untereinander, der den Zusammenhalt stärkt und neue Ideen für die zukünftige Arbeit hervorbringt. Weitere Bilder und Storys zum Seminar können den Highlights zur Veranstaltung auf dem Instagram-Channel der Jugend (@vbbjugend) entnommen werden.