24. Februar 2026

Bundesjugendvertreter als Speaker bei der außenpolitischen Jahrestagung 2026 der Heinrich-Böll-Stiftung

Am 29. Januar 2026 fand in Berlin unter dem Slogan „Sicherheit und Verteidigung im hybriden Zeitalter: Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe?“ die 26. außenpolitische Jahrestagung der Heinrich-Böll-Stiftung statt.

Die Veranstaltung zielte darauf ab die Herausforderungen gesamtgesellschaftlicher Art bei aktuellen geopolitischen Spannungen zu erörtern. Für die vbb jugend war unser Bundesjugendvertreter Jan Müller als Speaker geladen worden. Die Tagung begann mit einem Grußwort der Stiftungsleitung und des ehemaligen Staatsoberhaupts der Republik Litauen. In parallelen Foren wurden verschiedene Themenschwerpunkte mit Simultanübersetzung auf Englisch und Deutsch diskutiert. Zu einer dieser Fishbowl-Diskussionen war unser Jugendvertreter als Redner geladen. Die Diskussion wurde in Kooperation mit dem Grasroots-Thinktank Polis 180 durchgeführt; einem Verein, der für die Rechte und Meinungen junger Menschen in der Außen- und Sicherheitspolitik lobbyiert. Zusammen mit den weiteren Speakern MdB Konstantin von Notz, stellv. Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Leonie Stamm, Research Fellow der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und Irma Petraitytė-Lukšienė, Vorsitzende der Kommission für zivile Resilienz in Litauen wurde in der 60-minütigen Fishbowl über die Perspektiven der inklusiven Gesamtverteidigung in der Zeitenwende diskutiert. Jan Müller war als Vertreter für die jungen Beschäftigten in der Bundeswehr eingeladen worden. Die Diskussion wurde live auf YouTube gestreamt und im Saal von 200 Personen verfolgt. Geführt wurde das Forum von Helena Quis von Polis 180. Jeder der Teilnehmer hat zu Beginn eine Impulsfrage erhalten. Unter anderem wurde die litauische Perspektive und die Rolle der Politik für eine Gesamtverteidigung erörtert. In Litauen wird Gesamtverteidigung als eine gesellschaftliche Pflicht für jeden gesehen und die individuellen Fertigkeiten gegenüber dem Staat artikuliert in Vorbereitung für eine mögliche Invasion Russlands. Konstantin von Notz hat auf das fehlende Mindset der Gesellschaft und der Politik für die realen Gefahren einer möglichen Invasion aufmerksam gemacht. Jan Müller wurde die Frage gestellt, wo die Perspektiven junger Menschen im Geschäftsbereich in die Debatte einfließen und wo vielleicht noch Verbesserungsbedarf besteht. Durch unseren Bundesjugendvertreter wurde grundsätzlich ein positiveres Mindset bei Gesprächen der jungen Beschäftigten gegenüber Familie, Freunden und Verwandten festgestellt sowie die Häufigkeit der Gespräche als positive Errungenschaft herausgestellt. Die Entwicklung von eigenem Merchandise, welches die Studierenden der Bundeswehrverwaltung selber tragen, trägt auch zu einem stärkeren Einstehen für den Arbeitgeber bei. Negativ angemerkt wurde, dass die gesellschaftliche Debatte mit jungen Menschen zum Thema Wehrpflicht durch das Ministerium erst zu spät aufgegriffen worden ist. Der VBB habe diese Forderung bereits ein halbes Jahr vorher aufgestellt. Im weiteren Verlauf der Debatte wurden einige Zuschauerfragen beleuchtet, die unter anderem ein mögliches Pflichtjahr für Rentner betreffen, dessen Übernahme die Kapazität des Neuen Wehrdienstes infrastrukturell und personell nicht zu Leisten im Stande sein wird. In der Abschlussrunde hat Jan Müller auf eine verbesserbare Aufklärung in Schulen und die bisher fehlende Debatte einer Abwägung von Fertigkeiten des Zivilschutzes hingewiesen. Mit dem Beispiel eines Soldaten, der auch in seiner örtlichen Freiwilligen Feuerwehr aktiv ist, wurde aufgezeigt, dass im V-Fall zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar ist, welche Rolle eine gewichtigere Position im Ernstfall einnimmt. Konstantin von Notz hat den Punkt unseres Jugendvertreters bestätigt. Insgesamt hat die Fishbowl-Diskussion gezeigt, dass einzelne Aspekte in die Zukunft gerichtet noch stärker behandelt werden müssen. Bemerkenswert war, dass das Thema Sicherheitspolitik unter jungen Leuten in den letzten Monaten deutlich an Stellenwert gewonnen hat und einige Lobbyorganisationen inzwischen auf das Thema aufmerksam machen. Der VBB nimmt hier, wie auch schon bei vorherigen Diskussionsforen, eine wichtige Rolle als Player der Zivilbeschäftigten der Bundeswehr ein. 

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