14. Juli 2025

Die Bundeswehrverwaltungsstelle in Litauen

Am 22. Mai 2025 wurde die Panzerbrigade 45 „Litauen“ mit einem Appell in Vilnius offiziell aufgestellt. Vor und nach diesem wichtigen Meilenstein arbeiten die zivilen und militärischen Angehörigen der Bundeswehr in Litauen mit Hochdruck an dem Ziel, die Voraussetzungen für die vollständige Einsatzbereitschaft der Brigade im Jahr 2027 herzustellen.

Von den besonderen Hausforderungen, die diese Arbeit insbesondere für unsere zivilen Kollegen und Kolleginnen mit sich bringen, konnten wir uns Anfang Juli selbst überzeugen.

Der erste Eindruck von Vilnius, wenn man vom Flughafen zur Unterkunft unterwegs ist, zeigt eine Stadt mit wunderschönen alten Gebäuden, mit einigen Betonklötzen aus der russischen Zeit und schließlich mit beeindruckender moderner Architektur. Die Bevölkerung ist jung, die Universität prägt die Stadt. Und im Sommer sind natürlich die Touristen da, die sich das UNESCO-Welt Kulturerbe – die Altstadt von Vilnius – nicht entgehen lassen wollen.

In dieser 600.000 Menschen großen Metropole residiert der Stab für Brigade, zusammen mit der Leitung der Bundeswehrverwaltungsstelle (BWVSt) Litauen, auf einer Etage eines sehr modernen Hochhauses. Beim Blick in die überfüllten Büroräume – in der BWVSt sogar 16 Personen in einem Großraumbüro – lässt sofort erkennen, dass man hier nicht mit inländischen Maßstäben messen kann. Hier herrscht Aufbruchstimmung und die gemeinsame Unterbringung sorgt dafür, dass ein enger Austausch zwischen dem militärischen Stab und den zivilen Kolleginnen und Kollegen gelebt wird.

Die Leiterin der BWVSt Litauen, Frau LRDir‘in Berit Weber, verantwortet und managt mit ihren aktuell 56 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den zivilen Anteil des Aufbaus.

Die Besonderheit in Litauen besteht darin, dass das Land sich bereit erklärt hat, im Rahmen des Host-Nation-Supports die Infrastruktur für die Brigade nach deutschen Bedarfen bereit zu stellen. Das sind nicht nur Kasernen mit Unterkunftsgebäuden, sondern auch Schulen, ein Truppenübungsplatz sowie Liegenschaften für die Lagerung und Instandhaltung von Material et cetera Dass hier ein erheblicher Abstimmungsbedarf erforderlich ist, muss nicht extra erwähnt werden. Pionierarbeit ist gefragt, wo man hinschaut.

Wir haben auch gelernt, dass man die Distanzen zwischen den unterschiedlichen Liegenschaften der Brigade nicht in Kilometern, sondern besser in der Zeit misst, die man über Land fährt, um zum Ziel zu kommen. Die Verkehrsinfrastruktur des landschaftlich wunderschönen Litauens ist – noch – auf die dünne Besiedlung außerhalb der großen Städte ausgelegt.

Wo heute noch Wald ist, wird in den nächsten Monaten militärische Infrastruktur stehen. Beeindruckend ist die Schnelligkeit, mit der zum Beispiel in Rukla die Permanent Logistic Support Area fertiggestellt wurde. Alles ist neu bis auf die letzte Schraube in der Panzerwaschanlage. Die Büros in der beauftragten Fertigbauweise sind inklusive Klimaanlagen machen einen sehr guten Eindruck. Auch in Rudninkai schreitet der Baufortschritt der sich dort in Entstehung befindlichen Kaserne für die Deutschen Kräfte – im Ziel rund 3500 Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilbeschäftigte der Bundeswehr – voran. Litauen als Host Nation als Bauherr unternimmt riesige Kraftanstrengungen, um die Kaserne für uns Deutsche innerhalb der geplanten Zeitlinien fertig zu stellen.

Wir haben viele Gespräche mit den Kolleginnen und Kollegen geführt und mitgenommen, dass bei aller Abenteuerlust natürlich auch die finanziellen Rahmenbedingungen stimmen müssen. Nicht alle gesetzlichen Regelungen wurden schon umgesetzt. Der VBB hat diese Fragen bereits der Amtsseite gestellt und erwartet eine schnelle Antwort. Das ist die Bundeswehr den Männern und Frauen schuldig, die ihre Komfortzone verlassen haben, für die neue Aufgabe der Bundeswehr in Litauen brennen und dabei manche Beeinträchtigung hinnehmen!