Die zivile Berufsausbildung in der Bundeswehr nimmt durch den geplanten Aufwuchs des Geschäftsbereiches aufgrund der geostrategischen Lage in allen Bereichen eine deutlich stärkere Rolle ein. Nicht zuletzt im Ergebnisbericht der TaskForce Personal war eine Ausweitung um 10% für die Berufsausbildung als Folgemaßnahme ausgeworfen worden. Diese Maßnahme ist leider nach Aussage des Abschlussberichts im Themenspeicher platziert worden und wird daher nicht weiter aktiv verfolgt.
Insbesondere in Hinblick auf den demographischen Wandel sowie die anstehende Verrentung bzw. Pensionierung der sogenannten Babyboomer in den nächsten Jahren, ist ein Aufwuchs von immenser Wichtigkeit. Dazu zweckdienlich wird es sein, den Gesamtkomplex Ausbildung in Form einer Gesamtstrategie auf neue Beine zu stellen. Die bisherige Grundlage für die Berufsausbildung wurde u.a. als Zweck für die Personalbedarfsdeckung der Streitkräfte gesehen. Die Übernahme in diesen Bereich ist aus Sicht der Organisatoren seit langem nicht zufriedenstellend. Gleichzeitig ist festzustellen, dass die zivile Bedarfsdeckung bislang nur eine sekundäre Rolle gespielt hat.
Insbesondere in gewerblich-technischen Bereichen bestehen Nachholbedarfe zur Sicherstellung des zukünftigen Personalbedarfs in den bekannten Mangelberufen. Aus unserer Sicht kann dieser Umstand durch den Aufbau einer sogenannten Campuslösung positiv entgegnet werden. In unserem kürzlich veröffentlichten Forderungskatalog ist dieser Vorschlag bereits hinterlegt.
Was beinhaltet eine Campuslösung? Hinter diesem Modell steht die Synopse einer dezentralen Ausbildung mit zentralen Elementen eines Campus. Die Ausbildung findet grundsätzlich an den Standorten eines jeden BwDLZ statt. Die Anteile, die nicht im Rahmen der betrieblichen Ausbildung abgedeckt sind, könnten zukünftig zusammengefasst durch den Campus geleistet werden. Über dessen Trägerschaft läuft auch die Ausbildung, was zu einem besseren Auszubildenden/ Ausbilderschlüssel auf Basis einer Ausbildungswerkstatt mündet. Einzelne BwDLZen in räumlicher Umgebung werden hier zu einem Campusverbund zusammengezogen und bilden damit hinsichtlich des zu erwartenden Outputs eine bessere quantitative Leistung ab. Positive Synergieeffekte lassen sich außerdem aus den entstehenden Resilienzfaktoren für die Bauunterhaltung der Bundeswehr-Kasernen ziehen, da weniger Leistungen fremd vergeben werden müssen. Durch den Wegfall der überbetrieblichen Ausbildungsanteilen in der Industrie, wird die Abwerbung durch die Kooperationsfirmen zukünftig verhindert. Denkbar sind hier auch bisher kaum angebotene Gewerke für den Bereich Heizung, Klimatechnik, Elektrotechnik, Maurerwesen und Fliesenleger.
Erste Gespräche zur Thematik haben auf Ebene BMVg IUD und der Abteilung P und der Haupt- Jugend- und Auszubildendenvertretung beim BMVg bereits stattgefunden. Die Beauftragung einer Ausbildungsstrategie steht ebenfalls in den Startlöchern. Auch hier bleiben wir dran!