14. Oktober 2025

Personalrätekonferenz des VBB in Eltville am Rhein: Zukunftsthemen im Fokus

Vom 22. bis 24. September 2025 fand in der malerischen Kulisse von Eltville am Rhein die diesjährige Personalrätekonferenz des Verbands für die Beamten und Beschäftigten der Bundeswehr (VBB) statt. 15 engagierte Beamtinnen und Beamte sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus unterschiedlichen Personalräten kamen zusammen, um sich über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsthemen der Personalratsarbeit auszutauschen.

Premiere mit Perspektive

Die Veranstaltung war die erste Personalrätekonferenz dieser Art innerhalb des VBB – ein Format, das gezielt auf die Bedürfnisse und Fragestellungen der Personalvertretungen zugeschnitten ist. Aufgrund der positiven Resonanz und des intensiven Austauschs ist eine Fortsetzung im Jahr 2026 geplant. Über das zukünftige Format und mögliche Weiterentwicklungen wird in der Bundesvorstandssitzung im November 2025 beraten.

Digitalisierung, Haushaltsführung und Mitbestimmung

Im Mittelpunkt der Konferenz standen drei zentrale Themen:

  • Künstliche Intelligenz in der Verwaltung: Die Teilnehmenden diskutierten Chancen und Risiken des Einsatzes von KI in Verwaltungsprozessen. Dabei wurde deutlich, dass Personalvertretungen frühzeitig in die Gestaltung solcher Transformationsprozesse eingebunden werden müssen. Einen fundierten Einstieg in das Thema lieferte Kollege Stefan Tittes-Deblon mit einem Impulsvortrag, der die strategischen und ethischen Dimensionen von KI in der öffentlichen Verwaltung beleuchtete.
  • Aus- und Fortbildung während der vorläufigen Haushaltsführung: Gerade in Zeiten der vorläufigen Haushaltsführung ist es essenziell, Aus- und Fortbildungsangebote für Personalräte aufrechtzuerhalten. Die Konferenzteilnehmenden erarbeiteten diskutierten praxisnahe Vorschläge, wie dies auch unter haushaltsrechtlichen Einschränkungen gelingen kann. Anna Kraft setzte mit ihrem Impulsvortrag wichtige Akzente zur Bedeutung kontinuierlicher Qualifizierung und zur rechtlichen Einordnung der Fortbildungsplanung in haushaltsrechtlich herausfordernden Zeiten.
  •  Durchführung von Personalversammlungen: Neben organisatorischen Fragen wurden insbesondere rechtliche Aspekte wie Schweigepflicht, Nichtöffentlichkeit und die Kommunikationsbefugnisse des Personalrats intensiv diskutiert. Auch hier brachte Anna Kraft mit einem weiteren Impulsvortrag wertvolle Impulse ein, insbesondere zur rechtssicheren Gestaltung von Versammlungen und zur Rolle des Personalrats als kommunikativer Mittler. Die Teilnehmenden betonten die Bedeutung der Nichtöffentlichkeit als Schutzraum für offene und vertrauensvolle Gespräche unter den Beschäftigten. Die Schweigepflicht wurde als essenzielles Element zur Wahrung der Vertraulichkeit sensibler Inhalte hervorgehoben – insbesondere bei Themen, die persönliche Belange oder dienstliche Interna betreffen. Hinsichtlich der Kommunikationsbefugnisse des Personalrats wurde klargestellt, dass dieser im Rahmen seiner gesetzlichen Aufgaben umfassend informieren darf, jedoch stets unter Beachtung der geltenden Datenschutz- und Mitbestimmungsregelungen. Die Diskussion zeigte, dass eine transparente und rechtssichere Kommunikation entscheidend für die Wirksamkeit von Personalversammlungen ist – sowohl gegenüber der Dienststelle als auch gegenüber den Beschäftigten.

Belastungsmanagement im Fokus

Ein besonderer Höhepunkt der Konferenz war der zweite Veranstaltungstag, der ganz im Zeichen des Belastungsmanagements stand. Andreas Verfrüht, Führungskräftecoach am Zentrum Innere Führung der Bundeswehr, hielt einen eindrucksvollen Vortrag über Strategien zur Stressbewältigung und zur Förderung psychischer Widerstandskraft im Arbeitsalltag. Die Teilnehmenden erhielten wertvolle Impulse, wie sie sowohl für sich selbst als auch für ihre Kolleginnen und Kollegen ein gesundes Arbeitsumfeld mitgestalten können.

Gemeinsam für eine starke Interessenvertretung

Abschließend wurden in einer offenen Diskussionsrunde allgemeine Themen der Personalratsarbeit erörtert. Ein zentrales Anliegen war die Stärkung der Kommunikation und Vernetzung der Personalräte innerhalb des VBB. Die Teilnehmenden sprachen sich für eine intensivere Zusammenarbeit der Personalräte über Standortgrenzen hinweg aus, um Synergien besser zu nutzen und mit einer gemeinsamen Stimme gegenüber der Dienststelle aufzutreten.

Die Personalrätekonferenz in Eltville hat einmal mehr gezeigt: Der VBB steht für eine engagierte, zukunftsorientierte und solidarische Interessenvertretung. Mit frischen Impulsen und gestärktem Zusammenhalt gehen die Teilnehmenden nun zurück in ihre Dienststellen – bereit, die Herausforderungen der kommenden Monate aktiv mitzugestalten.