17. September 2025

Wahrheit, Fiktion und Lüge

Unter dieser Überschrift stand der diesjährige (Aus)Bildungskongress an der Helmut Schmidt Universität der Bundeswehr (UniBwHH) vom 02.-04. September 2025 in Hamburg.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch eine Videobotschaft des Bundesministers der Verteidigung, Boris Pistorius, der in seinem Grußwort die Bedeutung von gut ausgebildeten Frauen und Männern in der Bundeswehr im Zeitalter von Desinformationskampagnen, Fakenews und hybriden Bedrohungen herausstellte. Es gilt insbesondere im digitalen Raum unsere freiheitliche-demokratische Grundordnung zu schützen, so Pistorius.

In zahlreichen Foren, Workshops und Fachvorträgen wurden „Medienkompetenz“ und „Critical Thinking“ (Kritisches Denken) als gesamtgesellschaftliche Herausforderungen diskutiert.

35 Ausstellende konnten an den sogenannten „Marktständen“ ihre digitalen Fähigkeiten und Ausbildungsangebote präsentieren. Als Vertretung für die Bundesvorsitzende hat der Sprecher Tarifpolitik, Alexander Heß, an der Veranstaltung teilgenommen. Der informative fachliche Austausch mit den Ausstellenden stand dabei im Vordergrund. In Gesprächen mit den Kolleginnen und Kollegen der Ausbildungswerkstatt des Marinearsenals konnte sich Heß von der hohen Qualität der Ausbildung in einer Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr überzeugen. „Die gute Stimmung und hohe fachliche Kompetenz der jungen Menschen ist beeindruckend. Unser aller Ziel muss es daher sein, diesen Menschen eine attraktive Zukunft in der Bundeswehr zu bieten“, betonte Heß in Gesprächen mit den Ausbildern und Auszubildenden.

Der Besuch am Stand des Bildungszentrums der Bundeswehr zeigte die große Bandbreite der Bildungsangebote für das zivile und militärische Personal in der Bundeswehr. Die engagierten Kolleginnen und Kollegen der Bundeswehrfachschulen ermöglichen mit ihren Angeboten,Soldatinnen und Soldaten fehlende Bildungsabschlüsse nachzuholen. Auch werden in Vorbereitung auf das Studium Bauingenieurwesen  erforderliche Grundlagen der Mathematik und der Naturwissenschaft für das Zivilpersonal aufgefrischt. „Das Leistungsspektrum der Bundeswehrfachschulen sollte darüber hinaus Tarifbeschäftigten zur Qualifizierung im Rahmen der Personalentwicklungskonzeption zugänglich gemacht werden. Damit würde ein cleverer Synergieeffekt erzeugt.“, stellte Heß u.a. in seinem Statement bei der abschließenden Podiumsdiskussion „Hands on Ausbildung“ fest.

Diese Abschlussrunde unter der Moderation von Oberst i.G. Prof. Dr. Manuel Schulz bot nochmals die Gelegenheit, ein Resümee zu der Veranstaltung abzugeben und gezielte Vorschläge für die Zukunft zu formulieren. Dabei verwies Kollege Heß im Hinblick auf den neuen Wehrdienst auf die Notwendigkeit einer entsprechenden Ausbildung des Zivilpersonals. Bislang fehlt es hier noch an speziellen Lehrgangsangeboten zum Wehrdienst / Wehrersatzwesen sowie am benötigten Lehrpersonal im Bildungszentrum der Bundeswehr.

Darüber hinaus betonte Heß, dass der Personalaufwuchs - auch in der zivilen Wehrverwaltung - eine wesentliche zukünftige Herausforderung ist. Den bevorstehenden Zurruhesetzungen bzw. dem Renteneintritt der „Babyboomer Generation“ gilt es frühzeitig entgegenzuwirken.  Er verwies dabei auf die VBB Forderung, die zivil-gewerbliche Ausbildung durch eine Campuslösung analog zur Verwaltungsfachangestellten Ausbildung zu ergänzen.

Insgesamt ist festzustellen, dass der (Aus)Bildungskongress als wertvolle und zukunftsweisende Veranstaltung zu werten ist. Es gilt nun, das Mindset und die Motivation, welche während dieser drei Tage in Hamburg zu spüren waren, auf den alltäglichen Dienstbetrieb zu übertragen, um somit einen Mehrwert für alle Beschäftigten in der Bundeswehr zu erreichen.